Kinderkrankheiten verstehen

Hand-Fuß-Mund-Krankheit beim Kind: Was Eltern wissen sollten

Plötzlich hat dein Kind Fieber. Dann kommen kleine Bläschen im Mund dazu. Vielleicht siehst du einen Ausschlag an Händen, Füßen oder im Windelbereich. Und schnell kommt die Frage: Ist das Hand-Fuß-Mund? Wie ansteckend ist das? Und wann muss ich zum Kinderarzt?

Hand-Fuß-Mund-Krankheit beim Kind mit Ausschlag an Händen und Füßen

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit beim Kind ist für Eltern oft verunsichernd. Vor allem, wenn ein Baby oder Kleinkind wegen der Bläschen im Mund schlecht trinkt oder plötzlich wund und krank wirkt.

Meist verläuft die Erkrankung mild und klingt von selbst wieder ab. Trotzdem ist sie unangenehm und sehr ansteckend. Wenn du weißt, worauf du achten musst, wird aus Unsicherheit wieder mehr Ruhe.

Wichtig vorab: Nicht jedes Bläschen ist ein Notfall - aber manche Zeichen solltest du ernst nehmen. Dieser Artikel hilft dir beim Einordnen. Er ersetzt keine ärztliche Beratung.

Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine Virusinfektion. Sie betrifft besonders häufig Babys, Kleinkinder und Kinder im Kindergartenalter. Ausgelöst wird sie meist durch sogenannte Enteroviren.

Der Verlauf ist in vielen Fällen harmlos. Für das Kind kann die Krankheit trotzdem sehr unangenehm sein, vor allem durch schmerzhafte Bläschen im Mund. Viele Kinder sind nach einigen Tagen wieder deutlich fitter.

Auch Erwachsene können sich anstecken. Bei ihnen verläuft die Infektion manchmal unbemerkt oder nur mit milden Beschwerden. Trotzdem können auch symptomarme Personen die Viren weitergeben.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit Symptome: Woran erkenne ich sie?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit Symptome können unterschiedlich stark sein. Nicht jedes Kind zeigt alle typischen Zeichen. Manche Kinder haben nur Fieber und Mundbeschwerden. Andere bekommen zusätzlich den klassischen Ausschlag an Händen und Füßen.

Typische Beschwerden können sein:
  • Fieber
  • Halsschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Unwohlsein oder schlappes Verhalten
  • Bläschen im Mund
  • Schmerzen beim Trinken oder Essen
  • Ausschlag an Händen und Füßen
  • möglicher Ausschlag am Po, im Windelbereich, an Knien oder Ellenbogen

Gerade bei einem Baby kann Hand-Fuß-Mund schwerer zu erkennen sein, weil es noch nicht sagen kann, ob der Mund weh tut. Trinkverweigerung, starke Unruhe oder häufiges Weinen können Hinweise sein.

Wie sieht Hand-Fuß-Mund aus?

Häufig beginnt es mit kleinen roten Flecken. Daraus können Bläschen entstehen. Im Mund sitzen die schmerzhaften Stellen zum Beispiel an der Zunge, am Zahnfleisch, am Gaumen oder an der Wangenschleimhaut.

Der Ausschlag zeigt sich oft an den Handflächen und Fußsohlen. Manchmal sieht man ihn auch am Po, im Windelbereich, an Knien oder Ellenbogen. Ein Ausschlag Hände Füße Kind passt also zu Hand-Fuß-Mund, ist aber allein noch keine sichere Diagnose.

Wichtig ist: Nicht jedes Kind sieht gleich aus. Manche Kinder haben kaum Hautveränderungen. Andere haben deutlich sichtbare Bläschen. Eine sichere Einschätzung kann deine Kinderarztpraxis geben.

Wie steckt man sich mit Hand-Fuß-Mund an?

Die Erkrankung ist sehr ansteckend. Die Viren werden von Mensch zu Mensch weitergegeben. Das passiert zum Beispiel über engen Kontakt, Speichel, Nasen- und Rachensekret, Bläschenflüssigkeit oder Stuhl.

Auch eine Schmierinfektion ist möglich. Dann gelangen Viren über Hände, Spielzeug, Türklinken, Wickelunterlagen oder andere Oberflächen weiter. Genau deshalb ist Händehygiene bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit Kindergarten und zuhause so wichtig.

Besonders wichtig: Wasche dir nach dem Wickeln gründlich die Hände. Auch dann, wenn dein Kind schon wieder fitter wirkt.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit ansteckend: Wie lange?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist ansteckend, besonders in der ersten Krankheitswoche. In dieser Zeit werden die Viren leicht weitergegeben, vor allem bei engem Kontakt.

Vorsichtig wichtig: Auch nach dem Abklingen der Beschwerden können Viren noch länger über den Stuhl ausgeschieden werden. Deshalb bleibt gute Hygiene auch nach sichtbarer Besserung wichtig.

Das bedeutet nicht, dass du wochenlang in Angst leben musst. Es bedeutet nur: Händewaschen, Wickelbereich reinigen und gemeinsam genutzte Gegenstände im Blick behalten.

Wie lange dauert die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Häufig dauert die Erkrankung etwa 7 bis 10 Tage. Manchmal ist das Kind schon früher wieder munterer. Bläschen und Ausschlag können aber unterschiedlich lange sichtbar bleiben.

Wenn dein Kind wieder trinkt, kein Fieber mehr hat und insgesamt stabil wirkt, ist das ein gutes Zeichen. Wenn Beschwerden anhalten, sich verschlimmern oder du ein ungutes Gefühl hast, lass dein Kind ärztlich anschauen.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Was tun zuhause?

Eine ursächliche Behandlung gegen die Viren gibt es in der Regel nicht. Meist geht es darum, Beschwerden zu lindern, Trinken zu sichern und die Ansteckung zu reduzieren.

  • biete immer wieder kleine Mengen zu trinken an
  • weiche und eher kühle Speisen können angenehmer sein
  • meide saure, scharfe oder sehr heiße Lebensmittel
  • gib deinem Kind Ruhe und Nähe
  • beobachte Fieber, Allgemeinzustand und Trinkmenge
  • kläre bei Schmerzen oder Fieber mit Kinderarztpraxis oder Apotheke, welche Mittel für dein Kind geeignet sind
  • achte auf gute Händehygiene, besonders nach dem Wickeln
  • reinige Spielzeug, Schnuller, Wickelbereich und häufig berührte Oberflächen
  • lass dein Kind möglichst nicht an Bläschen kratzen

Wann sollte ich mit meinem Kind zum Arzt?

Viele Kinder brauchen vor allem Ruhe, Flüssigkeit und Beobachtung. Es gibt aber klare Warnzeichen, bei denen du ärztliche Hilfe holen solltest.

Bitte ärztlich abklären lassen, wenn:
  • dein Baby unter 3 Monaten Fieber hat
  • dein Kind deutlich zu wenig trinkt
  • Windeln trocken bleiben oder Zeichen von Austrocknung auftreten
  • Fieber hoch ist oder länger anhält
  • dein Kind starke Schmerzen hat
  • Atemprobleme auftreten
  • dein Kind ungewöhnlich müde, teilnahmslos oder schwer weckbar wirkt
  • Nackensteifigkeit auffällt
  • Krampfanfälle auftreten - dann rufe bitte sofort 112
  • du als Elternteil unsicher bist

Bei Kindern ist Unsicherheit ein guter Grund, nachzufragen. Lieber einmal mehr Kontakt zur Kinderarztpraxis aufnehmen, als zuhause mit einem schlechten Gefühl abzuwarten.

Darf mein Kind in die Kita oder den Kindergarten?

Bei Fieber, Schmerzen, schlechtem Allgemeinzustand oder wenn dein Kind deutlich krank wirkt, sollte es zuhause bleiben. Das schützt dein Kind und reduziert die Ansteckung für andere.

Eine Rückkehr in Kita oder Kindergarten ist meist sinnvoll, wenn dein Kind wieder fit ist, fieberfrei wirkt und am Alltag teilnehmen kann. Die Einrichtung kann eigene Regeln haben. Frage deshalb bei Unsicherheit in der Kita oder bei deiner Kinderarztpraxis nach.

Wichtig: Weil Viren auch nach Besserung noch über den Stuhl ausgeschieden werden können, bleibt Händewaschen nach Toilettengang und Wickeln weiterhin wichtig.

Was ist der Unterschied zu anderen Krankheiten?

Bläschen im Mund beim Kind oder Ausschlag an Händen und Füßen können zu Hand-Fuß-Mund passen. Es gibt aber andere Erkrankungen, die ähnlich aussehen können.

Windpocken

Windpocken zeigen oft juckende Bläschen an vielen Körperstellen. Der Verlauf und die Verteilung unterscheiden sich meist.

Mundfäule

Bei Mundfäule stehen häufig starke Mundschmerzen, Fieber und entzündetes Zahnfleisch im Vordergrund.

Dreitagefieber

Hier kommt typischerweise erst hohes Fieber. Der Ausschlag erscheint oft, wenn das Fieber sinkt.

Auch ein allergischer Ausschlag kann anders aussehen, aber für Eltern schwer einzuordnen sein. Eine sichere Einschätzung kann der Kinderarzt oder die Kinderärztin geben.

Kann mein Kind Hand-Fuß-Mund mehrmals bekommen?

Ja, das ist möglich. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann durch verschiedene Virustypen ausgelöst werden. Eine durchgemachte Erkrankung schützt deshalb nicht zuverlässig vor jeder weiteren Infektion.

Was Eltern sich merken sollten

  • Hand-Fuß-Mund ist meist harmlos, aber sehr ansteckend.
  • Trinken ist besonders wichtig, vor allem bei Babys und Kleinkindern.
  • Gute Hygiene hilft, Ansteckung zu reduzieren.
  • Warnzeichen wie Trinkschwäche, Austrocknung, Atemprobleme oder Teilnahmslosigkeit solltest du ernst nehmen.
  • Bei Unsicherheit ist ärztliche Abklärung immer richtig.

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Häufige Fragen zur Hand-Fuß-Mund-Krankheit beim Kind

Was ist Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine ansteckende Virusinfektion. Sie betrifft häufig Babys und Kinder und kann Fieber, Bläschen im Mund sowie Ausschlag an Händen und Füßen verursachen.

Wie erkenne ich Hand-Fuß-Mund beim Kind?

Typisch sind Fieber, Halsschmerzen, Appetitlosigkeit, schmerzhafte Bläschen im Mund und ein Ausschlag an Handflächen oder Fußsohlen. Nicht jedes Kind zeigt alle Symptome.

Ist Hand-Fuß-Mund gefährlich?

Meist verläuft die Krankheit mild und klingt von selbst ab. Gefährlich kann es werden, wenn dein Kind kaum trinkt, Zeichen von Austrocknung zeigt, sehr schlapp wirkt oder andere Warnzeichen auftreten.

Wie lange ist Hand-Fuß-Mund ansteckend?

Besonders ansteckend ist die erste Krankheitswoche. Viren können aber noch länger über den Stuhl ausgeschieden werden. Deshalb bleibt Händehygiene auch nach Besserung wichtig.

Wie lange muss mein Kind zuhause bleiben?

Solange dein Kind Fieber hat, Schmerzen hat oder sich krank fühlt, sollte es zuhause bleiben. Die Rückkehr in Kita oder Kindergarten ist meist sinnvoll, wenn es wieder fit ist. Beachte auch die Regeln eurer Einrichtung.

Was hilft bei Hand-Fuß-Mund?

Viel trinken, weiche und kühle Speisen, Ruhe und gute Hygiene können helfen. Bei Schmerzen oder Fieber solltest du mit der Kinderarztpraxis oder Apotheke klären, welche Mittel für dein Kind geeignet sind.

Wann muss ich mit meinem Kind zum Arzt?

Ärztliche Hilfe ist wichtig bei Babys unter 3 Monaten mit Fieber, Trinkschwäche, wenigen nassen Windeln, hohem oder anhaltendem Fieber, starken Schmerzen, Atemproblemen, ungewöhnlicher Müdigkeit, Nackensteifigkeit oder wenn du unsicher bist. Bei Krampfanfällen rufe bitte sofort 112.

Darf mein Kind mit Hand-Fuß-Mund in die Kita?

Bei Fieber, Schmerzen oder schlechtem Allgemeinzustand sollte dein Kind zuhause bleiben. Wenn es wieder fit ist, kann eine Rückkehr möglich sein. Frage bei Unsicherheit die Kita oder deine Kinderarztpraxis.

Kann man Hand-Fuß-Mund mehrmals bekommen?

Ja. Verschiedene Virustypen können die Erkrankung auslösen. Deshalb kann ein Kind die Hand-Fuß-Mund-Krankheit mehrmals bekommen.

Quellen und medizinischer Hinweis

Fachlich orientiert an den Informationen des Robert Koch-Instituts zur Hand-Fuß-Mund-Krankheit, dem Erregersteckbrief von infektionsschutz.de/BZgA und kinderärztlichen Empfehlungen.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du unsicher bist oder dein Kind Warnzeichen zeigt, wende dich bitte an deine Kinderarztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Im Notfall rufe 112.

Maximilian Steinhöfer erklärt Erste Hilfe bei Kindern

Über den Autor

Maximilian Steinhöfer ist Notfallsanitäter, Berufsfeuerwehrmann und Gründer von Das Wichtigste schützen. In seinen Erste-Hilfe-Kursen am Baby und Kind zeigt er Eltern verständlich und praxisnah, wie sie in Kindernotfällen ruhig und sicher handeln.

Erste Hilfe bei Baby & Kind

Pseudokrupp beim Kind: Symptome erkennen und richtig handeln

Wenn dein Kind nachts plötzlich mit bellendem Husten aufwacht und schwer Luft bekommt, kann ein Pseudokrupp-Anfall dahinterstecken. Hier erfährst du, woran du ihn erkennst und welche Maßnahmen Eltern sofort helfen können.

Pseudokrupp beim Kind erkennen und richtig handeln

Pseudokrupp beim Kind tritt gerade in den Herbst- und Wintermonaten häufiger auf. In dieser Zeit wird der Rettungsdienst vermehrt zu nächtlichen Kindernotfällen gerufen, bei denen Eltern von plötzlich auftretendem, bellendem Husten und Atemnot berichten.

Für Eltern ist diese Situation oft sehr beängstigend. Das ist absolut nachvollziehbar. Wichtig ist jetzt: ruhig bleiben, dein Kind beruhigen und wissen, welche Schritte sinnvoll sind.

Das Wichtigste zuerst: Pseudokrupp klingt oft dramatisch, lässt sich aber in vielen Fällen mit einfachen Maßnahmen beruhigen. Bei zunehmender Atemnot oder auffälligem Verhalten solltest du sofort den Notruf 112 wählen.

Was ist Pseudokrupp beim Kind?

Unter Pseudokrupp versteht man eine Atemwegserkrankung, die vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern vorkommt. Besonders häufig betroffen sind Kinder zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 3. Lebensjahr, aber auch ältere Kinder können einen Pseudokrupp-Anfall bekommen.

Meist wird Pseudokrupp durch Erkältungsviren ausgelöst. Dabei entzünden sich die oberen Atemwege. Die Schleimhäute im Bereich von Kehlkopf und Stimmbändern schwellen an. Weil die Atemwege bei kleinen Kindern noch eng sind, kann schon eine Schwellung zu deutlichen Atemgeräuschen führen.

Wichtig: Pseudokrupp ist nicht dasselbe wie der früher gefürchtete echte Krupp bei Diphtherie. Trotzdem sollte Atemnot bei Kindern immer ernst genommen werden.

Pseudokrupp beim Kind: typische Symptome

Typisch ist ein trockener, bellender Husten. Viele Eltern beschreiben ihn als ähnlich wie das Bellen eines Seehundes oder Seelöwen. Häufig tritt der Anfall plötzlich am Abend oder in der Nacht auf.

  • bellender, trockener Husten
  • Heiserkeit oder raue Stimme
  • pfeifendes oder ziehendes Geräusch beim Einatmen
  • Unruhe oder Angst durch das Gefühl von Luftnot
  • vorher oft typische Erkältungssymptome wie Schnupfen oder Husten
Sofort 112 wählen, wenn:
  • dein Kind starke Atemnot hat
  • Lippen oder Haut bläulich wirken
  • dein Kind sehr blass, apathisch oder kaum ansprechbar ist
  • die Atembeschwerden trotz Maßnahmen zunehmen
  • du das Gefühl hast: Das ist nicht mehr sicher zuhause

Warum tritt Pseudokrupp beim Kind oft nachts auf?

Viele Pseudokrupp-Anfälle passieren in den Abend- oder Nachtstunden. Das kann damit zusammenhängen, dass der körpereigene Cortisolspiegel nachts niedriger ist.

Oft beginnt alles wie eine normale Erkältung. Tagsüber wirkt dein Kind vielleicht noch relativ fit. In der Nacht kann es dann plötzlich mit bellendem Husten, Heiserkeit und Atemgeräuschen aufwachen.

Vermehrt kommt Pseudokrupp in den Herbst- und Wintermonaten vor, da in dieser Zeit die Dichte an Erkältungsviren besonders hoch ist.

Was tun bei Pseudokrupp beim Kind?

Wenn dein Kind nachts mit bellendem Husten und Atembeschwerden aufwacht, helfen klare und ruhige Schritte.

Ruhe bewahren und Kind beruhigen

Deine eigene Unruhe überträgt sich schnell. Nimm dein Kind auf den Arm, sprich ruhig und bleibe möglichst nah bei ihm.

Aufrechte Position einnehmen

Setze dein Kind aufrecht hin oder halte es aufrecht im Arm. So fällt das Atmen oft leichter.

Kühle, frische Luft anbieten

Packe dein Kind warm ein und gehe mit ihm ans geöffnete Fenster oder kurz nach draußen. Kühle Luft kann helfen, dass die angeschwollenen Schleimhäute wieder abschwellen.

Feuchte Luft versuchen

Manchen Kindern hilft feuchte Luft. Du kannst dich zum Beispiel mit deinem Kind ins Badezimmer setzen und warmes Duschwasser laufen lassen, ohne dein Kind in den heißen Dampf zu halten.

Kalte Getränke oder Speisen anbieten

Wenn dein Kind wach ist und sicher schlucken kann, können kleine Schlucke kaltes Wasser oder ein kalter Joghurt angenehm sein.

Besserung beobachten

Wenn die Beschwerden nach kurzer Zeit nicht besser werden oder dein Kind zunehmend schlechter Luft bekommt, hole medizinische Hilfe.

Unser Tipp: Nimm den Husten mit deinem Handy auf. Sollte der Husten nach den Basismaßnahmen, also kalter und feuchter Luft, wieder weggehen, kannst du die Audiodatei am nächsten Tag deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt vorspielen.

Pseudokrupp beim Kind: Wann in die Kinderklinik oder 112?

Viele Pseudokrupp-Anfälle lassen sich zuhause beruhigen. Trotzdem gibt es Situationen, in denen du nicht abwarten solltest.

Kinderklinik oder ärztliche Hilfe

Wenn die Beschwerden trotz kühler Luft nicht besser werden, dein Kind sehr erschöpft wirkt oder du unsicher bist, sollte dein Kind ärztlich untersucht werden.

Notruf 112

Bei zunehmender Atemnot, bläulichen Lippen, starker Blässe, Apathie oder deutlicher Verschlechterung solltest du sofort den Rettungsdienst rufen.

Bei Kindern lieber einmal zu früh Hilfe holen. Gerade Atemnot kann sich schnell bedrohlich anfühlen und sollte ernst genommen werden.

Kortisonzäpfchen bei Pseudokrupp beim Kind

Kinder, die häufiger Pseudokrupp-Anfälle haben, bekommen vom Kinderarzt oder von der Kinderärztin manchmal ein Kortisonzäpfchen für zuhause verschrieben.

Wichtig ist: Gib solche Medikamente nur so, wie sie dir ärztlich erklärt wurden. Wenn dein Kind trotz Medikament zunehmend Atemnot hat oder du unsicher bist, solltest du medizinische Hilfe holen.

Kann man Pseudokrupp beim Kind vorbeugen?

Komplett verhindern lässt sich Pseudokrupp nicht immer, weil er meist im Rahmen eines Virusinfekts entsteht. Trotzdem können ein paar Dinge helfen, die Atemwege deines Kindes nicht zusätzlich zu reizen.

Kinderzimmer lüften

Frische Luft vor dem Schlafengehen kann angenehm sein.

Luft nicht zu trocken werden lassen

In der Heizperiode kann eine angenehme Luftfeuchtigkeit hilfreich sein.

Tabakrauch vermeiden

Rauch reizt die Atemwege und kann Beschwerden verstärken.

Du möchtest im Notfall sicher handeln?

Gerade bei Atemnot, Verschlucken oder anderen Kindernotfällen hilft es, vorher einmal durchgesprochen zu haben, was wirklich zu tun ist.

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Häufige Fragen zu Pseudokrupp beim Kind

Was sind die häufigsten Symptome von Pseudokrupp?

Typisch sind ein bellender Husten, Heiserkeit und ein pfeifendes oder ziehendes Atemgeräusch beim Einatmen. Häufig treten vorher Erkältungssymptome auf.

Kann Pseudokrupp gefährlich werden?

In den meisten Fällen beruhigt sich ein Pseudokrupp-Anfall wieder. Bei starker oder zunehmender Atemnot, bläulichen Lippen, Apathie oder deutlicher Verschlechterung solltest du aber sofort 112 wählen.

Welche Hausmittel können bei Pseudokrupp helfen?

Kühle, frische Luft, eine ruhige Umgebung, aufrechte Haltung und kleine Mengen kalter Getränke können helfen. Hausmittel ersetzen aber keine medizinische Hilfe, wenn dein Kind schlecht Luft bekommt.

Wie kann Pseudokrupp bei Kindern vorgebeugt werden?

Sicher vorbeugen lässt sich Pseudokrupp nicht immer. Gut gelüftete Räume, angenehme Luftfeuchtigkeit und das Vermeiden von Tabakrauch können die Atemwege jedoch entlasten.

Ist Pseudokrupp ansteckend?

Der Pseudokrupp-Anfall selbst ist nicht ansteckend. Die auslösende Erkältungs- oder Virusinfektion kann aber ansteckend sein.

Fazit: Pseudokrupp klingt beängstigend, aber du kannst handeln

Ein Pseudokrupp-Anfall kann Eltern mitten in der Nacht sehr erschrecken. Bellender Husten, Heiserkeit und Atemgeräusche wirken schnell bedrohlich.

Die gute Nachricht: In vielen Fällen helfen Ruhe, aufrechte Haltung und kühle, feuchte Luft. Wichtig ist aber auch, die Grenzen zu kennen. Wenn sich dein Kind verschlechtert oder Atemnot zunimmt, wähle den Notruf 112.

Genau darum geht es bei Erster Hilfe: Nicht perfekt sein. Sondern vorbereitet sein.

Quellen und medizinischer Hinweis

Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und Erste-Hilfe-Aufklärung. Sie ersetzen keine Diagnose, Behandlung oder individuelle medizinische Beratung.

Bei Atemnot, schweren Symptomen, auffälligem Verhalten oder Unsicherheit solltest du medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Im Notfall wähle bitte sofort den Notruf 112.

Fachlich orientiert an: Gesundheit für Kinder, Kösel Verlag, sowie Pädiatrisches Notfallmanagement, Urban & Fischer Verlag.

Maximilian Steinhöfer erklärt Erste Hilfe bei Pseudokrupp beim Kind

Über den Autor

Maximilian Steinhöfer ist Notfallsanitäter, Berufsfeuerwehrmann und Gründer von Das Wichtigste schützen. In seinen Erste Hilfe Kursen am Baby und Kind zeigt er Eltern verständlich und praxisnah, wie sie in Notfällen ruhig und sicher handeln.